Ostern

Vom Münster Trauerglocken klingen,
vom Tal ein Jauchzen schallt herauf.
Zur Ruh sie dort den Toten singen,
die Lerchen jubeln: wache auf!
Mit Erde sie ihn still bedecken,
das Grün aus allen Gräbern bricht,
die Ströme hell durchs Land sich strecken,
der Wald ernst wie in Träumen spricht,
und bei den Klängen, Jauchzen, Trauern,
so weit ins Land man schauen mag,
es ist ein tiefes Frühlingsschauern
als wie ein Auferstehungstag.

Joseph von Eichendorff

Ostern

 

 

Hase und Huhn vor Ostern

Hochbetrieb beherrscht das Tun.
Anstrengend für Has' und Huhn:
Brüten, legen, färben, malen.
Im Ergebnis: schmucke Schalen!
Trotz der 'Hüllen', die zerbrechlich,
läuft es schwungvoll, nicht gemächlich,
werden Nester arrangiert,
Ei für Ei darin platziert.
Fertiges wird ausgetragen
pünktlich zu den Ostertagen.

Christa M. Beisswenger

Büro-Maus

"Lange her, dass sie erschreckte,
bis die Technik sie entdeckte ...
Eine softe Unterlage
ist Arbeitsplatz bei Tage.
In der Nacht, das weiche Pad,
wandelt sich zum Mause-Bett.
Eingebaut in ein Gehäuse,
rollt sie ruhig,
- nur Klick-Geräusche.
Abgeschafft sind ihre Beine.
Brav läuft sie an einer 'Leine',
deren Ende USB;
angeschlossen am PC.
Ich erwarte eine neue,
auf die mich wirklich freue:
eine komfortable Maus,
kabellos. Versand frei Haus!"

Christa M. Beisswenger

Zum Schmunzeln

Vieundvierzig Beine rasen

Vierundvierzig Beine rasen
durch die Gegend ohne Ziel,
und weil sie so rasen müssen,
nennt man es auch Rasenspiel.
rechts und links stehn zwei Gestelle,
je ein Spieler steht davor.
Hält den Ball er, ist ein Held er,
hält er nicht, schreit man:
"DuTooooor"
Fußball spielt man meistens immer
mit der unteren Figur.
Mit dem Kopf, obwohls erlaubt ist,
spielt man ihn ganz selten nur.

Heinz Erhardt


Zum Thema Urlaub


"Wie lange soll der Urlaub dauern? So lange, dass der Chef Sie vermisst, aber nicht so lange, bis er entdeckt, dass er auch ohne Sie auskommen kann."

Unbekannt

 

 "Ich fliege irgendwo in den Süden - vielleicht nach Kanada oder so."

Mehmet Scholl

 

Gedichte

Überlaß es der Zeit

Erscheint dir etwas unerhört, bist du tiefsten Herzens empört,
bäume nicht auf, versuch's nicht mit Streit,
berühr es nicht, überlaß es der Zeit.
Am ersten Tag wirst du feige dich schelten,
am zweiten läßt du dein Schweigen schon gelten,
am dritten hast du's überwunden; alles ist wichtig nur auf Stunden,
Ärger ist Zehrer und Lebensvergifter,
Zeit ist Balsam und Friedensstifter.

Theodor Fontane

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